Wochenrückblick vom 17.08.2019

Typisch Aspie der Woche

Ich habe bei unserem letzten Mini-Urlaub letzte Woche unsere Jacken im Garderobenschrank vergessen.

Warum ich „ich“ schreibe? Das Klamotten packen ist mein Job. Das ist eigentlich gut aufgeteilt.

Wir haben zwar beide nochmal durchgeschaut, aber in den Garderobenschrank hat keiner von uns geguckt. Aufgefallen ist uns das allerdings erst Donnerstag Abend, also 4 Tage, nachdem wir zurück waren.

Wenn ich es also versaubeutelt habe, könnte ich mich ja an sich auch um die Wiederbeschaffung kümmern. Würde ich auch – müsste ich dazu nicht irgendwo anrufen, wo ich noch nie war. Die Vermieterin wohnte nämlich im Nachbarhaus und ich habe sie ohnehin nur 2 Mal gesehen.

Also musste mein Mann sich ans Telefon schwingen…

„Typisch mein Mann“ der Woche

Samstag früh um 6 Uhr laufen gehen…

Gartenfoto der Woche

Highlight der Woche

Mein Ausflug nach Hannover, mit dem Zug. Eigentlich sollte ein Arzttermin die erste Station sein, der aber leider aufgrund Krankheit der Ärztin ins Wasser fiel. Stattdessen war ich nur am Flughafen, in der Marktkirche, etwas shoppen (OK, nur 2 Läden) und was essen.

Lieblingsessen der Woche

Kürbissuppe aus einem eigenen Kürbis, der schon vor 2 Wochen abgebrochen war und hier drinnen nachgereift ist.

Fazit/Erkenntnis der Woche

Ein Wochenende ohne Termine und ohne Urlaub, einfach nur Zuhause, ist auch mal wieder schön!

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Phytohormone

Mein Brustkrebs war ja bekanntermaßen ein hormonabhängiger Tumor.

Das heißt, dass auch möglicherweise noch verbliebene Tumorfetzen, die evtl. irgendwo in einer stillen Ecke schlummern, davon wieder wachsen würden oder könnten.

Das führt dazu, dass man zusehen sollte, dass man eben die Hormone, von denen sich der Tumor ernährte, nicht mehr aufnimmt.

Bedauerlicherweise kommt der Körper auf verschiedene Wege an den „Stoff“:

  • Östrogen und Progesteron werden in den Eierstöcken gebildet.
  • Östrogen wird weiterhin auch im Fettgewebe gebildet.
  • Östrogen und Progesteron werden über die Nahrung aufgenommen.

Nun gibt es ja die Antihormontherapie, in der ich schon seit über 2 Jahren „stecke“. Das Leuprorelinacetat, welches mir alle 3 Monate gespritzt wird, sorgt dafür, dass die Eierstöcke schlafen. Nummer 1 ist damit also abgehakt.

Für Nummer 2 und 3 gibt’s das Tamoxifen, dass verhindert, dass Östrogene im Körper andocken können. Trotzdem ist es notwendig, den Körper nicht damit zu überfluten. Heißt: man sollte kein Übergewicht haben und auch über die Nahrung nicht unnötig Hormone aufnehmen.

Über die Nahrung? Ja!

Zum einen werden diverse (Säuge)Tiere mit Hormonen behandelt. Daher ist rotes Fleisch auch nicht gut bei hormonabhängigem Brustkrebs. Andere Tiere fressen ggf. hormonbelastetes Futter. Also Geflügel enthält zwar weniger Hormone, aber ganz sicher kann man sich nicht sein. Deshalb sollte Fleisch und Wurst nicht täglich auf dem Plan stehen.

Milchprodukte sollten auch nicht im Übermaß konsumiert werden, denn Milch ist das Produkt, welches von einer trächtigen (also hormonreichen) Kuh gegeben wird.

Daher weicht man dann gerne auf pflanzliche Produkte aus. Und da kommen die Phytohormone ins Spiel.

Phytohormone sind Wachstumsstoffe von Pflanzen und mit tierischen Hormonen vergleichbar. Im menschlichen Körper wirken sie ähnlich auf den Hormonstoffwechsel, wie die körpereigenen Hormone. Grundsätzlich ist dies im Bereich „Wechseljahrsbeschwerden“ hilfreich, da diese Phytohormone als ungefährlich angesehen werden, wohingegen eine Behandlung mit „echten“ Hormonen bekanntermaßen das Krebsrisiko erhöht.

Allerdings ist bei bereits bestehendem hormonabhängigen Krebs ein negativer Effekt wissenschaftlich noch nicht auszuschließen – darum heißt es auch hier „Finger weg“ (oder bei Nahrungsmitteln zumindest den Konsum einschränken).

In meinem Fall sind insbesondere folgende Dinge daher Tabu, bzw mit Vorsicht zu genießen:

  • Soja (Tabu)
  • Cimifuga (Traubensilberkerze, tabu)
  • Rotklee
  • Rhabarber
  • Yams
  • Sprossen und Keimlinge
  • Linsen
  • Kichererbsen
  • Erbsen
  • Hopfen

Und noch ein paar andere Dinge, wo aber nicht viel enthalten ist.

Was bedeutet das praktisch?

Nun, zum Einen heißt das, dass ich gegen die Wechseljahrsbeschwerden nichts wirklich tun bzw einnehmen kann.

Zum anderen heißt es, darauf zu achten, was man isst und wie oft.

Rotes Fleisch habe ich mir vorgenommen, nur alle 2 Wochen zu essen. Fleisch gibt es bei uns auch maximal 2 Mal pro Woche.

Wurst und Käse sowie Kuhmilch versuche ich im Wechsel zu vegetarischen/veganen Alternativen (ohne Soja) zu verwenden. Linsen und Kichererbsen sind nicht vollständig gestrichen, aber gibt’s jetzt auch nur etwa ein Mal alle 10 Tage.

Grundsätzlich sollte man nichts ständig bzw. ununterbrochen konsumieren und immer abwechslungsreich essen. Abwechslungsreich nicht nur was die Aufteilung auf Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß angeht, sondern auch innerhalb dieser Kategorien. Nicht immer dasselbe Fleisch, nicht immer derselbe Brotbelag, Gemüse und Hülsenfrüchte immer wechseln, usw.

Eigentlich ist es ja eine Binsenweisheit, dass abwechslungsreiche Kost das Gesündeste ist. Schaden kann es nicht.

Ebenso kann es nicht schaden, wenn man auch pflanzliche Arzneimittel nicht unreflektiert in sich hinein stopft, sondern genau hinschaut und recherchiert. Pflanzliche Mittel wirken eben auch und haben auch Nebenwirkungen bzw beeinflussen sich.

In diesem Sinne: schaut hin – informiert euch – und passt auf euch auf!

Wochenrückblick vom 11.08.2019

Typisch Aspie der Woche

Eine Sache, die bei meinem Mann immer wieder für Augen rollen, manchmal auch Schmunzeln oder komische Kommentare sorgt, ist meine beinahe schon zwanghafte Routine, an der Kasse den Warentrenner nach den eigenen Einkäufen aufs Band zu legen. Also wirklich immer. Egal, ob da noch wer nach mir/uns steht, oder nicht. Ordnung muss sein. Es könnte ja noch wer aus einem Gang huschen und sich direkt anstellen…

„Typisch mein Mann“ der Woche

Mein Mann ist mittlerweile konsequenter Begleiter meiner neuerlichen Joggingversuche – obwohl er seine zu unchristlich frühen Uhrzeiten abhält.

Begründung des Ganzen ist, dass ich ja sonst kein Handy dabei habe und außerdem Angst vor Hunden und Insektenstichen. Davor will er mich also beschützen.

Gartenfoto der Woche

Highlight der Woche

Der Geburtstag meines Mannes. Endlich konnte ich mal einen kleinen Kuchen – zuckerfrei und histaminarm, aber trotzdem für alle lecker – backen. Danach gab’s einen schönen Ausflug inkl. Essen gehen.

Lieblingsessen der Woche

Die Kartoffelpuffer im Kartoffelhotel

Fazit/Erkenntnis der Woche

Noch ein Jahr, dann gibt’s hier einen runden Geburtstag – und vermutlich ein bisschen Katzenjammer 😉

Wochenrückblick vom 03.08.2019

Typisch Aspie der Woche

Ich weiß nicht, ob das typisch für Aspies ist, aber nachdem wir zuhause waren, hatte ich sämtliche Wäsche vom Urlaub bis zum Ende des nächsten Tages gewaschen und getrocknet.

Schwierigkeit dabei: mein Mann und mein Stiefsohn haben nunmehr bei den meisten Sachen dieselben Größen und teilweise gleiche Modelle. Heißt, ich habe tatsächlich deren Sachen strikt getrennt voneinander gewaschen, was bei meiner kleinlichen Sortierweise nicht so einfach war.

„Typisch mein Mann“ der Woche

Nachdem ich monatelang geredet (und geschrieben) habe, die Kaninchen- Freilaufgitter für den Rasen und den Stall aus dem Gehege bitte endlich zu verkaufen, hat sich der Lieblingsmensch am Donnerstag daran gemacht, es einzustellen im Netz (ohne, dass ich noch einmal was sagte) und siehe da: gestern Abend war alles weg.

Geht doch 😉

Gartenfoto der Woche

Endlich blühen auch mal die Paprika. Blöd nur, dass die heißen Tage vermutlich vorüber sind. Dass da noch Früchte wachsen, nehmen wir nicht mehr an…

Highlight der Woche

Nach einigem Hin und Her mit der Krankenkasse, die nicht gewillt war, mir jetzt nach 6 Monaten neue Armstrümpfe zu bezahlen und einem Widerspruch meinerseits, der aber zunächst auch abgelehnt wurde, kam Post: sie bezahlen sie doch.

Ha!

Aber erstmal muss man böse werden, ne?

Lieblingsessen der Woche

Reis mit Gemüse und Kokosmilch – fast wie Risotto, aber irgendwie auch nicht 🙂

Fazit/Erkenntnis der Woche

Der Tatendrang ist noch im Urlaub.

Wochenrückblick vom 27.07.2019

„Typisch Aspie“ der Woche

Es gab am Abreisetag gestern morgens einen überzähligen Schokopudding für meinen Stiefsohn. Ansonsten gibt es morgens immer irgendeine Art Gebäck mit Hagelslag, Schokotäfelchen, o.ä.

Schokopudding ist seit Jahren eher ein Nachtisch mittags.

Heute Mittag frage ich „Was ist mit Nachtisch?“

Er: „Was gibt’s denn?“

Ich: „Du hast noch Schokopudding.“

Er: „Ist der nicht für morgens?“

Da macht man einmal was anders…

„Typisch mein Mann“ der Woche

Es ist heute stürmisch. Da wir mit einem elektrischen Teppanyaki grillen und es auch nicht zu heiß zum draußen sitzen ist, wollten wir heute also draußen grillen.

Das dreieckige Sonnensegel lässt mittags leider etwas zu viel Sonne auf Tisch und Stühle scheinen. Dafür haben – bzw. nunmehr hatten – wir einen großen Sonnenschirm, der also aufgespannt wurde. Dummerweise fiel er um. Ehrlich gesagt das erste Mal in den 4 Jahren, die ich nun hier schon wohne. Allerdings ist er davor wohl auch schon 1-2 Mal umgekippt, weshalb er auch schon repariert war.

Nachdem der Schirm heute dann ein zweites Mal umkippte und wieder kaputt ging, wurde er wutentbrannt durch den Garten geworfen und danach zertrümmert.

Gartenfoto der Woche

Highlight der Woche

Am Sonntagabend haben wir einen Ausflug mit einem Schiff auf der Nordsee zu den Seehundbänken gemacht. Es war mildes Wetter, auf der Fahrt raus dann aber fast schon etwas frisch. 2 Stunden dauerte die Tour und war wirklich schön!

Lieblingsessen der Woche

Lachs mit Gemüse am Mittwoch

Fazit/Erkenntnis der Woche

Zu kalt ist doof, zu warm aber noch doofer.

(Übrigens habe ich tatsächlich die Steigerung von „doof“ nachgeschlagen. Und offiziell gibt’s in der Schriftsprache nur doofer und am doofsten – auch wenn man gelegentlich döwer und am döfsten sagt. Diese Worte gibt es eigentlich nicht. Hab ich wieder was dazugelernt…)

Konsequenz

Eines der ersten Dinge, die man über autistische Kinder liest ist, dass man ganz konsequent sein muss.

Der Hintergrund ist klar: wenn etwas angekündigt wird, was dann aber nicht eintritt, versteht der „gewöhnliche Autist“ die Welt nicht mehr. Noch schlimmer ist es, wenn unterschiedlich gehandelt wird – wenn es also eine „Ansage“ gibt, die Konsequenz aber mal in einer Art und Weise und mal in einer anderen Art und Weise erfolgt. Es ist dann eben nicht mehr vorhersehbar, was passieren wird.

Wie das bei mir damals war, wenn etwas unterschiedlich gehandhabt wurde, weiß ich nicht mehr. Das erlebe ich nun immer nur bei meinem Stiefsohn. Am besten funktioniert alles das, was an seinen unterschiedlichen Aufenthaltsorten identisch gehandhabt wird. Führt man neue Regelungen ein, beispielsweise, weil aufgrund seines zunehmenden Alters Dinge angepasst werden müssen, sorgt das erst einmal für Frust und Ärger.

Das schwierigste ist aber, wenn Regeln aufgestellt werden, aber die nicht-Einhaltung nicht mit Konsequenzen „geahndet“ wird. Anderswo funktioniert das oftmals nicht und es gibt Frust auf allen Seiten. Bei uns dagegen klappt das gut, weil wir sehr konsequent sind. Für viele mag unsere Konsequenz sogar übermäßig streng und hart erscheinen. Es ist allerdings so, dass auch meine Eltern mit mir immer sehr konsequent waren. Ich erinnere mich an Berichte, wonach meine Spielsachen wie vorher angekündigt verschwanden, weil ich nicht aufgeräumt hatte. Und ich habe meine Eltern trotz allem nicht als streng empfunden. Dementsprechend fällt es uns nicht schwer, mit meinem Stiefsohn ähnlich zu verfahren. Wir haben nicht den Eindruck, dass er deshalb nicht gerne bei uns ist – eher im Gegenteil.

Für Außenstehende mag es absurd sein, dass man gerne dort ist, wo man „streng“ behandelt wird – für Autisten ist es jedoch eher Segen als Fluch.

Natürlich ist es nicht immer für alle einfach, dies umzusetzen. Gerade Großeltern sind von Natur aus prädestiniert, eben nicht streng oder konsequent zu sein. Auch Alleinerziehende haben es mitunter schwerer, weil sie eben alleine, ohne Rückhalt, in Diskussionen gehen.

Trotzdem lohnt es sich, durch die schwierige Phase hindurch zu gehen, die es zweifelsohne zu Beginn eines konsequenten Handelns gibt (wenn man denn nicht ohnehin schon immer konsequent war). Danach wird es bedeutend leichter, als zuvor.

Was bei allem aber wichtig ist, vorher klar zu kommunizieren, warum man sich das eine oder andere nicht mehr „gefallen lassen möchte“ und weshalb der junge Mensch unbedingt das gewünschte Verhalten zeigt. Meist sind es ja doch grundlegende Dinge für das Leben als Erwachsener, um die es geht, oder etwas, was das friedliche Zusammenleben betrifft.

Wichtig ist auch, die Konsequenz, vorher anzukündigen und auch, dass diese im Idealfall damit im Zusammenhang steht. Letzteres klappt nicht immer, aber es hilft.

Ich denke außerdem, dass Kinder und Jugendliche generell konsequentes Handeln zu schätzen wissen. Sie brauchen Stabilität und Verlässlichkeit. Außerdem gibt es auch im späteren Leben zumeist Konsequenzen gesellschaftlicher oder rechtlicher Natur und bevor der junge Erwachsene dann ein böses Erwachen hat, ist es gut, wenn man schon vorab lernt, wie die Welt „wirklich“ funktioniert – und das ist eben nur im Miteinander…