Oktober Rückblick

Bevor sogar der November vorüber ist, will ich der Vollständigkeit halber noch den Oktober „abarbeiten“.

Der Monat hatte es emotional in sich und ich behaupte, dass ich zu Beginn des Monats ein anderer Mensch war, als am Ende. Aber von Anfang an:

Es standen einige geplante Arzttermine an, z.B. meine Nachsorgeuntersuchung (alles ok). Ich war auch beim Hausarzt, hab da dann auch gleich zumindest die Pneumokokken Impfung klar gemacht. Zur Grippeimpfung kann ich mich nicht aufraffen.

Weiterhin hatte ich auch nochmal einen Termin mit dem Psychiater, der meine Autismus-Diagnose nun mehr offiziell bestätigt hat. Also kann ich auch an dieses Thema einen Haken machen.

Erfreulich war auch, dass die Krankenkasse meine neuen Armstrümpfe bewilligt hat obwohl ich bereits 2 Paar hatte dieses Jahr. Meine alten Armstrümpfe passten nicht mehr, da meine Arme an Umfang zugelegt haben. Im Sanitätshaus stellte sich ein 2cm dickerer Armumfang heraus. Im Übrigen war ich dieses Mal mit meiner Mama dort – ist jetzt vielleicht nicht das ideale Ausflugsziel, aber in Zeiten von Corona nimmt man, was man kriegen kann. Die lange Fahrt hin und zurück war schön zu quatschen.

Etwas unerfreulicher war letzten Monat, dass ich mich – mal wieder – beim Medikamente-Box füllen verletzt habe. Um den Fingernagel zu versorgen habe ich den Finger über Nacht eingecremt und damit die Creme da bleibt, wo sie hingehört, war ich so schlau, ein Pflaster drüber zu kleben. So weit, so normal. Fatal nur: ich habe eine Pflasterallergie. Ich dachte allerdings, da es an der linken Hand neulich mit einem kurzfristigen Pflaster keine Probleme gab, dass es schon nicht so dramatisch wird. So sah es auch zunächst auch. 2,5 Tage später allerdings ging der Wahnsinn los. Besagter Finger legte eine allergische Typ-IV-Reaktion hin, wie ich es noch nie gesehen habe. Auch die Ärzte waren beeindruckt. Die Form des Fingers war nicht mehr erkennbar. Hätte ich den Finger in Lauge getaucht, hätte er vermutlich nicht schlimmer ausgesehen. Der ganze Spuk dauerte letztlich einige Wochen an. Die Kunst war, keine offene Wunde entstehen zu lassen, da es sich natürlich um die Lymphhand handelte. Das hätte böse enden können – ist es aber nicht, Dank viel Geduld und Experimentierfreudigkeit.

Das wohl einschneidenste und unerfreulichste war die unverhoffte Nachricht, dass eine Freundin aus früheren Zeiten im Hospiz ist. Der Kontakt war die letzten 14 Jahre eher sporadisch – trotzdem wollte ich eigentlich mit meiner Nachfrage, wie es so geht, ein Treffen auf nen Kaffee einleiten. Dementsprechend hat mich das ziemlich getroffen und nachdenklich gemacht. Schließlich will ich mit ihr eigentlich schon einige Jahre mal in Ruhe reden. Was lerne ich daraus? Auch wenn man nicht weiß, wie man das anstellen soll, wenn es 1000 Dinge dafür und 2000 Dinge dagegen gibt, langes – jahrelanges! – Warten ist nie gut und irgendwann ist es schlicht zu spät. Ich gehe davon aus, dass mir das nicht noch einmal in meinem Leben passiert.

Abgesehen davon geht es natürlich nicht um mich bei dieser Situation. Es fühlt sich einfach falsch an, was da passiert. Falsch für die unmittelbar Betroffenen und es tut mir unendlich leid, dass man letztlich nichts tun kann, außer quasi daneben zu stehen, zu warten und da zu sein.

Mit dieser emotionalen Herausforderung bin ich aus dem Oktober heraus in den Rest des Jahres geschlichen. Damit, und mit dem Song „Der letzte Tanz“ von Bosse quasi in Dauerschleife im Kopf. Der perfekte Soundtrack zu diesem Monat…