Februar 2021 – Rückblick

Der Februar ist zwar der kalendarisch kürzeste Monat, allerdings habe ich ihn dieses Jahr als sehr lang empfunden….

Dabei kann ich nicht einmal sagen, weshalb. Ich vermute, es liegt an dem ausgiebigen Winterwetter, das alles vorübergehend quasi eingefroren hat. Und das teilweise sogar wortwörtlich.

Die Schneemassen waren für unsere Verhältnisse recht beachtlich und die Minusgrade ungefähr 15° kälter, als in den letzten beiden Jahren.

Als im Winter geborener Mensch mag ich den Winter gerne. Ich fand das Winterwetter toll – solange es nicht darum ging, Auto fahren zu müssen. Bei ca. 2 Wochen mit aufgetürmtem Schnee an den Straßenrändern, stellenweise purem Eis darunter und regelmäßigen Terminen beim Arzt oder der Lymphdrainage war das eine echte Herausforderung. Die erste Woche bin ich, teils durch den Schneesturm, noch zu Fuß zur Lymphdrainage. Gut eingepackt, wie ein Eskimo sozusagen (darf man Eskimo eigentlich sagen?) war das kein Problem. Mein Mann holte mich ab. Bei 35-40 min pro Strecke, zügig, durch teils knietiefen Schnee war das auch gut so. Er liebt es bei Schnee zu fahren und zu driften, ich hätte beide Wege zu Fuß sehr herausfordernd gefunden. In der zweiten Woche bin ich zum Ende hin wieder selbst gefahren, da sich das Winterwetter dem Ende zu neigte und man auch wieder an der Straße parken konnte.

Allerdings habe ich aufgrund der Fußweg Erfahrung zur Lymphdrainage nun einen meiner beiden wöchentlichen Termine so gelegt, dass ich hin und zurück gehen kann. Das bringt Bewegung und verbindet sie mit etwas sinnvollem. Inwieweit ich dann bei knallender Sonne tatsächlich von Ort zu Ort laufen werde, bleibt abzuwarten.

Ich habe mich im Februar an 2 online stattfindende Volkshochschulkurse gewagt. Einer war ein drei Male stattfindender Kurs zur Einführung ins Zeichnen. So richtig mit Bleistift und so. Das macht wirklich Spaß. Ist nichts für jeden Tag, aber für immer Mal wieder bestimmt. Der andere Kurs ist ein English Conversation Kurs, einmal wöchentlich. Ich nutze ihn, um Abwechslung zu haben, meine Konzentration zu trainieren und natürlich mein Englisch. Die Möglichkeit, online teilzunehmen ist für mich super. Ich habe mich in den letzten zig Jahren schon zu etlichen Kursen in Präsenz angemeldet und bin nie hin gegangen. Alleine kann ich sowas einfach nicht. Hoffentlich gibt es diese Möglichkeit auch nach Corona noch reichlich.

An der Gesundheitsfront hat sich insofern etwas getan, als dass ich meinen Betablocker nach gut 8 Wochen wieder los bin, mein Asthma Spray endlich wieder nehmen kann und nun meine Schilddrüse von einer Überfunktion in eine Unterfunktion gewechselt ist. Hätte jetzt nicht sein müssen, aber spiegelt leider den typischen Verlauf der subakuten Schilddrüsenentzündung wider. Ich habe damit zumindest auch weniger Probleme, als mit der Überfunktion.

Mehr ist nicht gewesen. Corona, Winter, Februar – das Leben kann echt ereignisarm sein. Ich bin jetzt bereit für Frühling. Und für ein Corona Ende. Und ihr?

Die x Leben des Schalentieraspies

Irgendwie habe ich dieses Jahr noch gar keinen Blogartikel geschrieben.

Das liegt daran, dass ich nicht so wirklich in der „Stimmung“ (oder besser „Verfassung“) dafür war. Der Tod meiner guten Freundin aus meinen prägenden Jahren hat mich ziemlich mitgenommen und dafür gesorgt, dass ich ein bisschen das Gefühl habe, dass mehrere meiner „Leben“ kollidieren.

Ich weiß nicht, ob das andere auch so tun, aber ich teile mein Leben irgendwie gedanklich in mehrere Leben auf. Also Phasen quasi, allerdings so unterschiedliche, dass sie sich jeweils wie neue Leben anfühlten. Und oft sind Teile davon zu 90% nur in einem oder 2 bestimmten Teilen und nicht in anderen vorhanden – wie es mit meiner lieben Freundin war: Leben 2. Nur, dass jetzt schon 5 ist und plötzlich ist da wieder mehr Kontakt vorhanden – wenn auch nicht mehr mit ihr selbst, so doch zumindest zu ihrem Mann, meinem „großen Bruder“, wie ich früher schon oft sagte. Und irgendwie fühlt es sich an, als wenn mehrere Teil-Leben kollidieren.

Zunächst einmal musste ich mir ein bisschen über die Einteilung klar werden. Dazu natürlich, was das Prägende war im Vergleich zu den anderen Teilen und was den Einschnitt verursacht hat.

Momentan überlege ich, was ich nun mit diesen Erkenntnissen mache. Ich denke, da ich aufgrund der Krebserkrankung und Erwerbsminderung ohnehin neue Wege einschlagen musste und noch nicht das Gefühl habe, das bereits sinnvoll zu nutzen und auszugestalten, ist es eine Chance. Eine Chance, auf (hoffentlich) halber Strecke zurück zu blicken und das beste aus allen Leben mitzunehmen in einen weiteren Teil.

Das ist sehr herausfordernd, aber irgendwie auch spannend. Es ist nun zwar von außen unfreiwillig angestoßen, aber was ich nun damit mache, obliegt meiner Entscheidungsfreiheit. Da andere Ereignisse, wie die Krebserkrankung, der Autismus oder nun auch die neuerliche Begegnung mit der Endlichkeit keine Wahl lassen, ist es schön, nun wieder einmal selbst etwas gestalten zu können. Beinahe ungewohnt.

Vielleicht steckt dahinter tatsächlich der Wunsch, wieder etwas mehr Kontrolle zu bekommen über das Leben, vielleicht ist es aber auch eine „Aspie-Macke“, Dinge zu kategorisieren. Aber vor allem ist es eins: gut so!