Januar 2021 – Rückblick

Es ist an der Zeit, auf die ersten 8,3% des Jahres 2021 zurück zu blicken.

Zunächst einmal muss ich zugeben, dass 21 nicht zu den sympathischen Zahlen für mich zählt – obwohl ich an einem 21. geheiratet habe. Aber wer weiß – 20 finde ich sehr sympathisch an sich, und trotzdem war das letzte Jahr so gesamtgalaktisch ziemlich bescheiden…

Der Januar begann Corona bedingt natürlich ruhig. Ich selbst war insbesondere Anfang des Monats noch ziemlich mitgenommen vom bereits beschriebenen Trauerfall. So insgesamt zog sich das durch den Monat und eigentlich ist es für mich selbst immer noch Thema und ich habe ehrlich gesagt aktuell nicht das Gefühl, dass sich das irgendwann ändern wird. Es wird vielleicht eine andere Frequenz bekommen, aber diese seltsame Mischung aus Schmunzeln über vieles Erlebte, Dankbarkeit für vieles Gelernte und jeden gut gemeinten Schubser und Wehmut über verpasste Zeit, nicht geklärte Dinge und fehlender Möglichkeit, dies nachzuholen, schickt sich an, mein ständiger Begleiter zu werden. Das hat natürlich nicht nur – oder eigentlich gar nicht – negative Auswirkungen. Ok, klar bin ich dann auch traurig (und das ist immer eine sehr nasse Angelegenheit), aber unterm Strich erinnert mich dies an Vieles, was ich mitgenommen habe aus der gemeinsamen Zeit und nun auch aus der eben nicht gemeinsamen Zeit. Es erinnert mich daran, dass ich wieder mutiger sein will (tatsächlich mein einziger guter Vorsatz), dass ich nichts aufschieben will – keine Aussprachen, keine gute Tat, kein liebes Wort und dass das Leben zu kurz für schlechte Laune und ungenutzte Zeit ist. Dieses seltsame Gefühl ist eine Art bittersüßer Kraftstoff für meinen Motor geworden.

Im Laufe des Monats hatte ich zwei wirklich lange Gespräche mit dem nunmehr leider Witwer. Auch dies ist eine wahre Inspiration gewesen und hat mich sehr beeindruckt – was mich tatsächlich nicht überrascht hat. Am Ende des Monats gab es einen kleinen Abschluss (und irgendwie auch wiederum nicht), als die Trauerfeier stattfand. Dank wirklich hervorragend funktionierender Technik auch per Livestream. Ich war in meinem Leben schon auf sehr vielen Beerdigungen – Familie, Eltern von Freunden, Bekannte, Gemeindemitglieder – das war wirklich die schönste von allen. Falls schön in diesem Kontext Sinn ergibt. Es war so liebevoll geplant und umgesetzt, dass es mir ein Lächeln nach dem anderen ins Gesicht gezaubert hat.

Was war sonst noch so los? Arzttermine. Wie sollte es anders sein. Die Blutergebnisse von kurz vor Weihnachten waren hinsichtlich der Schilddrüse katastrophal. Die neuen gut 3 Wochen später viel besser und so fühlte ich mich auch. Und das ohne Kortison. Ich wollte es nicht und ich brauchte es ganz offensichtlich auch nicht.

Es war auch wieder Zeit für die Nachsorge. Krebstechnisch erstmal alles im Lot. Eine möglicherweise „Unschönlichkeit“ als Folge meiner Tamoxifen Tabletten deutete sich bei der Vorsorge an – aber das wird beobachtet, da es innerhalb der Toleranz liegt.

Darüber hinaus war ich ab Mitte des Monats wieder etwas kreativ. Meine liebe Freundin und Leidensgenossin hat mich motiviert und es war auch sicherlich eine gute Portion Therapie dabei. Momentan habe ich da echt auch Spaß dran. Ebenso, wie am Klavier und Gesang, wobei beides zusammen echt eine Herausforderung ist. Automatismen sind insbesondere als Aspie leider schwer zu erreichen, ist mein Eindruck.

Was nicht zu kurz kommen sollte ist die Erwähnung, dass ich stolzes ältestes Enkelkind eines 100 Jährigen bin. Wenn ich auch am großen Tag nicht persönlich anwesend war, so doch immer gut informiert und im Geiste vor Ort. Opa hatte einen sehr guten Tag erwischt, was Laune und Gesundheit anging. Eine beeindruckende Lebensgeschichte geht also ins 101. Jahr. Wahnsinn!

Das Abklingen meiner Schilddrüsenprobleme führte im Aktivitätsbereich zu einer Erweiterung der Spaziergänge und auch dazu, dass am letzten Wochenende der Winter zelebriert werden konnte mit Rodeln und einem Spaziergang (irgendwie muss man ja zum Hang hinkommen). Ich bin und bleibe ein Winterkind.

Der Monat fand also einen recht versöhnlichen Abschluss, obwohl er zunächst sehr zäh erschien. Für 8,3% war das schon wirklich viel. Ich bin gespannt, was die anderen 91,7% so drauf haben.

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