Die x Leben des Schalentieraspies

Irgendwie habe ich dieses Jahr noch gar keinen Blogartikel geschrieben.

Das liegt daran, dass ich nicht so wirklich in der „Stimmung“ (oder besser „Verfassung“) dafür war. Der Tod meiner guten Freundin aus meinen prägenden Jahren hat mich ziemlich mitgenommen und dafür gesorgt, dass ich ein bisschen das Gefühl habe, dass mehrere meiner „Leben“ kollidieren.

Ich weiß nicht, ob das andere auch so tun, aber ich teile mein Leben irgendwie gedanklich in mehrere Leben auf. Also Phasen quasi, allerdings so unterschiedliche, dass sie sich jeweils wie neue Leben anfühlten. Und oft sind Teile davon zu 90% nur in einem oder 2 bestimmten Teilen und nicht in anderen vorhanden – wie es mit meiner lieben Freundin war: Leben 2. Nur, dass jetzt schon 5 ist und plötzlich ist da wieder mehr Kontakt vorhanden – wenn auch nicht mehr mit ihr selbst, so doch zumindest zu ihrem Mann, meinem „großen Bruder“, wie ich früher schon oft sagte. Und irgendwie fühlt es sich an, als wenn mehrere Teil-Leben kollidieren.

Zunächst einmal musste ich mir ein bisschen über die Einteilung klar werden. Dazu natürlich, was das Prägende war im Vergleich zu den anderen Teilen und was den Einschnitt verursacht hat.

Momentan überlege ich, was ich nun mit diesen Erkenntnissen mache. Ich denke, da ich aufgrund der Krebserkrankung und Erwerbsminderung ohnehin neue Wege einschlagen musste und noch nicht das Gefühl habe, das bereits sinnvoll zu nutzen und auszugestalten, ist es eine Chance. Eine Chance, auf (hoffentlich) halber Strecke zurück zu blicken und das beste aus allen Leben mitzunehmen in einen weiteren Teil.

Das ist sehr herausfordernd, aber irgendwie auch spannend. Es ist nun zwar von außen unfreiwillig angestoßen, aber was ich nun damit mache, obliegt meiner Entscheidungsfreiheit. Da andere Ereignisse, wie die Krebserkrankung, der Autismus oder nun auch die neuerliche Begegnung mit der Endlichkeit keine Wahl lassen, ist es schön, nun wieder einmal selbst etwas gestalten zu können. Beinahe ungewohnt.

Vielleicht steckt dahinter tatsächlich der Wunsch, wieder etwas mehr Kontrolle zu bekommen über das Leben, vielleicht ist es aber auch eine „Aspie-Macke“, Dinge zu kategorisieren. Aber vor allem ist es eins: gut so!

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