Würzen bei Histaminintoleranz

Wer sich ein bisschen mit Kochen beschäftigt hat und vielleicht auch mal die eine …

oder andere Sendung dazu im Fernsehen gesehen hat (gibt ja genug davon), der hat ggf. schon davon gehört, dass an ein Essen immer 4 Komponenten gehören: Salz, Säure, Süße und Schärfe. Die 4 S, sozusagen.

Bei Histaminintoleranz ist Salz und Süße nicht das Problem. D.h., Jodsalz evtl schon, besser verträglich ist Salz ohne Zusätze oder Meersalz.

Süßungsmittel werden in großem Umfang, also nahezu alle, gut vertragen. Je künstlicher das Süßungsmittel, desto künstlicher ist allerdings meist auch der Rest – und Konservierungsmittel machen durchaus Probleme. Hier also genau hinschauen.

Interessant wird es bei den Themen „Säure“ und „Schärfe“.

Säure

Der ganz billige Branntweinessig und zuweilen auch der Apfelessig sind die einzigen Essige, die bei den meisten Histaminintoleranten „funktionieren“. Ich vertrage Branntweinessig allerdings auch nur in homöopathischen Dosen. Wir haben hierfür die Lösung, ein kleines Pipettenfäschchen – ehemals von einem Medikament – dafür zu nutzen. So kann ich tropfenweise dosieren. Der Rest wird mit Apfelsaft aufgefüllt. Cranberry-Saft habe ich auch schon versucht, allerdings war mir dieser etwas zu bitter für die meisten Gerichte. Aber er unterstützt sehr gut rötliche Gerichte.

Auch beim Backen ist Apfelsaft eine gute Alternative für Zitronensaft.

Wirklich sauer wird es zwar nicht, aber das ist auch gar nicht immer Ziel. Es soll Rind schmecken – und dazu reicht eben auch Apfelsaft.

Schärfe

Schärfe ist ein Problem. Anders kann man es nicht sagen. Im Prinzip sind nämlich alle scharfen Dinge „böse“ bei Histaminintoleranz, also im Wesentlichen Pfeffer und Chili. Auch in Currygewürzen wird eins der beiden für die Schärfe eingesetzt, insofern kann man es schon fast darauf beschränken.

Frischer Ingwer ist noch ein Gewürz, das scharf sein kann (wenn er richtig frisch ist). Auch davon würde ich Abstand nehmen.

Die Regel lautet also: Finger weg von Scharfem!

Ja, das ist wirklich wirklich bedauerlich. Allerdings bekommt es mir sehr gut und wenn ich mal Dinge koste, die angeblich nicht scharf sind, ist durch ein Jahr Abstinenz mein Geschmackssinn für Schärfe schon wieder auf ungefähr Baby-Niveau angekommen.

Pfeffer und Chili ersetze ich durch Paprika edelsüß.

Ein passendes Currygewürz habe ich lange gesucht. Wir wohnen in der Nähe eines sehr guten Gewürzhandels, die qualitativ hochwertige Gewürze verkaufen, auch verschiedene Currymischungen. Leider enthält fertiges Currypulver immer entweder Pfeffer oder Chili. Nachdem ich die Zutaten angesehen habe, habe ich mir selbst eine Mischung erstellt, die nur die Gewürze enthält, die „erlaubt“ sind: Paprika edelsüß, Kurkuma, Kumin, Kardamom und Fenchel – in der Reihenfolge in etwa, wobei die Reihenfolge den Anteil symbolisiert.

Schön ist, dass viele Kräuter verträglich sind, denn auch damit kann man hervorragend würzen. Bei einigen sollte man aber vorsichtig sein, und nur wenig nehmen. Dill ist bei mir so ein Fall.

Weiterhin empfiehlt es sich, mit den Stängeln frischer Kräuter vorsichtig zu sein, da auch diese oftmals nicht so gut verträglich sind, wie die Blätter.

Mit ein bisschen Übung kann man aber trotz Histaminintoleranz viele leckere Gerichte zaubern und auch in der Würzung Abwechslung in das Essen bringen.

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