Einmal Krebs – immer wieder Krebs??

Manchmal hat man bei Ärzten das Gefühl, dass man sobald man erwähnt, dass man Krebs hatte, gleich automatisch ein Upgrade bekommt,

was den Umfang der Untersuchungen angeht.

Ich frage mich dann manchmal schon, ob da finanzielle Interessen eine Rolle spielen, da man ja eine gute Begründung vorschieben kann, oder ob wirklich eine größere Gefahr besteht.

Bei Untersuchungen oder möglichen Risiken, die mir plausibel und sinnvoll erscheinen, mache ich das auch mit, zumal man dann einen guten Überblick bekommt und Dinge, die vielleicht wirklich nichts mit Krebs zu tun haben, auch eher gesehen werden.

Wenn allerdings sehr merkwürdige Schlüsse gezogen werden, wie irgendwelche relativ seltenen Krebsarten, die selbst von Fachleuten ohne Bezug zum Brustkrebs gesehen werden, bin ich dann doch ein bisschen skeptisch. Noch dazu, wenn die dahingehenden Untersuchungen tatsächlich etwas unangenehm sind.

Das andere Problem an der Thematik ist, dass vieles immer (noch) auf die Krebstherapien geschoben wird. Im Zweifelsfall liegt etwas an der Anti-Hormontherapie. Die Chemotherapie ist ja inzwischen schon über 3 Jahre her, daher können viele Probleme nicht mehr darauf geschoben werden.

Ich denke, die Wahrheit liegt in beiden Bereichen irgendwo dazwischen. Natürlich ist es gut, bei Menschen die bereits im jüngeren Alter Krebs bekommen haben insgesamt genauer hinzusehen (insbesondere, wenn der Krebs nicht genetisch bedingt ist). Das darf jedoch nicht dazu führen, in die eine oder andere Richtung zu viel oder zu wenig zu tun. Zu viel ist m.E. überflüssige Diagnostik ohne echt erhöhtes Risiko für etwas, zu wenig ist ein „das liegt an der Anti-Hormontherapie“.

Auch vor dem Hintergrund, dass unsereins ohnehin schon oft genug bei Ärzten ist, ist etwas Augenmaß gerne gesehen, damit es nicht noch belastender wird. Denn nicht zuletzt sind Arztbesuche für (ehemalige) Krebspatienten oft belastend. Sie erzeugen Stress, sowohl zeitlichen als auch psychischen. U.U. werden Erinnerungen wach. Und auch wenn es „nur zum ausschließen“ ist – das haben wir alles schonmal gehört und wenn’s einmal schief ging, zieht diese Aussage nicht mehr, liebe Ärzte! Auch das sollte sorgfältig abgewogen werden bei der Nutzenbetrachtung einer optionalen Diagnostik. Manchmal ist weniger eben mehr…

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