Das Gute an Corona…

Corona hat uns ja noch immer fest im Griff und wird es wohl – mit unterschiedlicher Intensität – auch noch bis wenigstens ins nächste Jahr hinein haben. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die ich am ganzen „Drumherum“ ganz gut finde. Da wäre…

… zum Einen die Natur. Wann hat man sonst so dermaßen blauen Himmel gesehen, mit nahezu keinem Kondensstreifen? Und wann kann man sonst wochentags vormittags an der Kreisstraße entlang joggen und hat nur alle paar Minuten ein Auto vorbei fahren sehen? OK, letzteres ist leider schon wieder rückläufig, seit etliche Läden wieder geöffnet haben. Aber das war schon irgendwie schön. Ich fand es auch nicht beängstigend. Früher waren die Leute auch nur auf der Arbeit und dann Zuhause. Obst und Gemüse kam zu großen Teilen aus eigenem Anbau, einmal pro Woche wurde was eingekauft. Shoppen (im Sinne von „nicht Lebensmittel kaufen“)? Zu besonderen Anlässen vielleicht. Maximal alle 6-8 Wochen. Und das war dann ein Highlight.

Seit nahezu jeder Haushalt mehrere Autos hat, fährt man zu nicht-Corona-Zeiten beinahe jeden zweiten oder dritten Tag irgendwo hin, um „schnell noch was zu holen“. Dinge, die warten könnten – wie man jetzt sieht. Auch die ganze Freizeitgestaltung ist anders, als früher. Da ging man für Treffen von Vereinen oder ähnliches in die örtliche Gaststätte. Tatsächlich gab es die in nahezu jedem Ort. Auch das kennen viele mittlerweile junge Erwachsene schon nicht mehr.

Interessanterweise sind die Menschen damals nicht vor Langeweile gestorben. Auch wir werden es nicht. Die Natur hat endlich Zeit, durchzuatmen. Es ist so herrlich ruhig und leise hier, wie sonst nur, wenn VW Werksurlaub hat. Die Tiere würd es freuen. Und vielleicht freut sich auch der eine oder andere Mensch. Man sieht viel mehr Leute joggen und radfahren. Fridays for future wurden zwar erst einmal ausgebremst, aber ich denke und hoffe, dass mehr Menschen das Schützenswerte in der Natur erkennen.

Aber auch für viele Autisten ist diese Zeit fast schon ein Segen, behaupte ich. Man kann Absagen von Terminen aller Art sinnvoll begründen. Die Autisten, die Berührungen nicht mögen bleiben auch ohne Erklärung und Vermeidung unbehelligt. Unternehmen und Praxen aller Art entdecken die Vorteile der Digitalisierung. Soziale Kontakte, die meiner Meinung nach auch die meisten Autisten schätzen und suchen, werden digital gepflegt. Für viele eine riesige Erleichterung. Schule und Arbeit kann im vertrauten Umfeld, dass man sich nach den eigenen Bedürfnissen gestalten kann, erledigt werden. Niemand lädt zu Terminen ein, niemand möchte einen Besuchen, usw. Und selbst, wenn man raus muss halten alle Abstand, sogar in der Schlange im Supermarkt!

Ich persönlich hoffe, dass insbesondere Letzteres auch nach Corona so bleibt. Ich hasse es, wenn irgendwelche distanzlosen Leute sich dicht hinter einen quetschen und ständig berühren. Oder den Wagen ständig in die Hacken schubst, usw.

Weiterhin fände ich wünschenswert, dass der Nutzen der Digitalisierung erhalten bleibt und man auch in Zukunft nicht mehr so oft komisch angeschaut wird, wenn man Termine lieber online erledigen möchte.

Natürlich vermisse ich „normale“ Kontakte mit Familie und Freunden – „richtige“ Besuche, mit einer Umarmung zur Begrüßung, gemeinsamem Essen, usw. und nicht nur winken aus 2m Entfernung und 1/2-1 Stunde im Garten mit Abstand quatschen. Aber außerhalb dessen und bei nicht selbstgewählten Ereignissen wäre etwas mehr „Corona im Alltag“ doch ganz nett…

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3 Gedanken zu “Das Gute an Corona…

  1. Zeit und Muße, um reale Kontakte schriftlich vorzubereiten. Nimmt den Druck raus, wenn man sich perspektivisch im Herbst (so es dabei bleibt) persönlich trifft. Und ja, dass ich vom Müssen entbunden bin, ist sehr positiv im Moment. Digitale Angebote, als Notbehelf entstanden, könnten vorläufig gerne weiter bestehen. Sie lösen oft ein Problem, das schon vor Corona bestand: für mich gar nicht, nicht kurzfristig, oder nur umständlich erreichbar. Das schlimmste: Nicht mittelfristig planen können. Mein Planungshorizont reicht nur bis zum 3. Mai. Bedingt 2 – 3 Wochen (mit ein paar Unbekannten). Das ist lang zur Zeit. 3 – 4 Monate wäre mir recht.

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    • Da hast du recht. Planung ist gerade für die Katz. Wenn man sich gerade neu orientiert, neu erfindet, oder wie auch immer man das nennen mag, ist es derzeit etwas zäh.
      Bei dir ist es ja so, wenn ich das alles richtig gelesen habe.

      Für mich wäre es wohl auch sehr unschön, hätte ich Planungen gemacht. Aber bis auf Urlaubspläne gab es da nichts weiter für dieses Jahr…

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    • Das mit der Umorientierung hast du richtig erfasst. Vielleicht von Vorteil, dass wir Anfang Februar so verblieben sind, uns im Herbst zu sehen. Und vielleicht ist es ganz praktisch, mich allmählich einfitzen zu können und nicht direkt alle möglichen Fettnäpfchen zu haben. Große Gemeindefeste haben da riesiges Potential mich zu blamieren.

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