Phytohormone

Mein Brustkrebs war ja bekanntermaßen ein hormonabhängiger Tumor.

Das heißt, dass auch möglicherweise noch verbliebene Tumorfetzen, die evtl. irgendwo in einer stillen Ecke schlummern, davon wieder wachsen würden oder könnten.

Das führt dazu, dass man zusehen sollte, dass man eben die Hormone, von denen sich der Tumor ernährte, nicht mehr aufnimmt.

Bedauerlicherweise kommt der Körper auf verschiedene Wege an den „Stoff“:

  • Östrogen und Progesteron werden in den Eierstöcken gebildet.
  • Östrogen wird weiterhin auch im Fettgewebe gebildet.
  • Östrogen und Progesteron werden über die Nahrung aufgenommen.

Nun gibt es ja die Antihormontherapie, in der ich schon seit über 2 Jahren „stecke“. Das Leuprorelinacetat, welches mir alle 3 Monate gespritzt wird, sorgt dafür, dass die Eierstöcke schlafen. Nummer 1 ist damit also abgehakt.

Für Nummer 2 und 3 gibt’s das Tamoxifen, dass verhindert, dass Östrogene im Körper andocken können. Trotzdem ist es notwendig, den Körper nicht damit zu überfluten. Heißt: man sollte kein Übergewicht haben und auch über die Nahrung nicht unnötig Hormone aufnehmen.

Über die Nahrung? Ja!

Zum einen werden diverse (Säuge)Tiere mit Hormonen behandelt. Daher ist rotes Fleisch auch nicht gut bei hormonabhängigem Brustkrebs. Andere Tiere fressen ggf. hormonbelastetes Futter. Also Geflügel enthält zwar weniger Hormone, aber ganz sicher kann man sich nicht sein. Deshalb sollte Fleisch und Wurst nicht täglich auf dem Plan stehen.

Milchprodukte sollten auch nicht im Übermaß konsumiert werden, denn Milch ist das Produkt, welches von einer trächtigen (also hormonreichen) Kuh gegeben wird.

Daher weicht man dann gerne auf pflanzliche Produkte aus. Und da kommen die Phytohormone ins Spiel.

Phytohormone sind Wachstumsstoffe von Pflanzen und mit tierischen Hormonen vergleichbar. Im menschlichen Körper wirken sie ähnlich auf den Hormonstoffwechsel, wie die körpereigenen Hormone. Grundsätzlich ist dies im Bereich „Wechseljahrsbeschwerden“ hilfreich, da diese Phytohormone als ungefährlich angesehen werden, wohingegen eine Behandlung mit „echten“ Hormonen bekanntermaßen das Krebsrisiko erhöht.

Allerdings ist bei bereits bestehendem hormonabhängigen Krebs ein negativer Effekt wissenschaftlich noch nicht auszuschließen – darum heißt es auch hier „Finger weg“ (oder bei Nahrungsmitteln zumindest den Konsum einschränken).

In meinem Fall sind insbesondere folgende Dinge daher Tabu, bzw mit Vorsicht zu genießen:

  • Soja (Tabu)
  • Cimifuga (Traubensilberkerze, tabu)
  • Rotklee
  • Rhabarber
  • Yams
  • Sprossen und Keimlinge
  • Linsen
  • Kichererbsen
  • Erbsen
  • Hopfen

Und noch ein paar andere Dinge, wo aber nicht viel enthalten ist.

Was bedeutet das praktisch?

Nun, zum Einen heißt das, dass ich gegen die Wechseljahrsbeschwerden nichts wirklich tun bzw einnehmen kann.

Zum anderen heißt es, darauf zu achten, was man isst und wie oft.

Rotes Fleisch habe ich mir vorgenommen, nur alle 2 Wochen zu essen. Fleisch gibt es bei uns auch maximal 2 Mal pro Woche.

Wurst und Käse sowie Kuhmilch versuche ich im Wechsel zu vegetarischen/veganen Alternativen (ohne Soja) zu verwenden. Linsen und Kichererbsen sind nicht vollständig gestrichen, aber gibt’s jetzt auch nur etwa ein Mal alle 10 Tage.

Grundsätzlich sollte man nichts ständig bzw. ununterbrochen konsumieren und immer abwechslungsreich essen. Abwechslungsreich nicht nur was die Aufteilung auf Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß angeht, sondern auch innerhalb dieser Kategorien. Nicht immer dasselbe Fleisch, nicht immer derselbe Brotbelag, Gemüse und Hülsenfrüchte immer wechseln, usw.

Eigentlich ist es ja eine Binsenweisheit, dass abwechslungsreiche Kost das Gesündeste ist. Schaden kann es nicht.

Ebenso kann es nicht schaden, wenn man auch pflanzliche Arzneimittel nicht unreflektiert in sich hinein stopft, sondern genau hinschaut und recherchiert. Pflanzliche Mittel wirken eben auch und haben auch Nebenwirkungen bzw beeinflussen sich.

In diesem Sinne: schaut hin – informiert euch – und passt auf euch auf!

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4 Gedanken zu “Phytohormone

    • Ist nicht immer einfach, vor allem, da ich ein ziemliches Problem mit Histamin habe. Ich glaube, da schreibe ich demnächst auch noch mal was zu. Aber ich bin noch nicht verhungert 🙂
      Rote Linsen esse ich auch richtig gerne und Bohnen, aber wenn man variiert geht das schon. Es gibt ja heutzutage echt ein wahnsinniges Angebot. Vor 30 Jahren, als meine Mutter sehr vieles nicht essen durfte, war das ein echtes Problem.

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    • Histamin – so lange Ich mich nicht ausschließlich von Hülsenfrüchten ernähre, geht’s. Aber dreimal am Tag 2 volle Wochen tat mir dann doch nicht so gut. Da versuche ich schon Abwechslung einzubauen mit Nudeln, Marmelade, Käse. Zuletzt gab es Döner (mit Fleisch, Gemüse und Soße, ernährungstechnisch vollwertige Hauptmahlzeit). Davon bin ich meist den Rest des Tages satt. Und ja, heute ist die Auswahl im Supermarkt größer als noch Anfang der 90er Jahre, als ich klein war. Die DDR muss in der Hinsicht grauenvoll gewesen sein – es sei denn, man lebte in Ostberlin.

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