Ernährung als Hobby?

Seit ich damals Zuhause ausgezogen bin – zumindest so grob in der Zeit – interessiere ich mich tatsächlich für das Thema Ernährung.

Vielleicht kommt es daher, dass ich mich dann zwangsläufig selbst damit auseinander setzen musste, selbst gekocht habe (aber auch noch öfter mittags bei Mama gegessen habe zu Anfang) und aufgrund des knappen Geldes dann auch gucken musste, was es denn an günstigen Lebensmitteln gibt.

Gott sei Dank bin ich mit einer äußerst guten Küche groß geworden. Meine Mutter kocht schon immer sowohl gerne, als auch sehr gut. Und – vielleicht auch, weil sie es in der Ausbildung auch gelernt hat – sie hat schon vor 40 Jahren immer ziemlich gesund gekocht und trotz des mäkeligen Töchterchens immer Gemüse da gehabt, was ich auch gegessen habe. Kreativität war gefordert und kochen ohne Rezept sowieso standard.

Vor ungefähr 30 Jahren musste meine Mutter dann gesundheitsbedingt auf Eier, Schweinefleisch (bzw Schwein insgesamt), helles Mehl und Zucker verzichten. Ich weiß nicht mehr genau, ob auch Milchprodukte dabei waren. Heutzutage ist das ja alles überhaupt kein Thema. Aber vor 30 Jahren – für die Jüngeren unter uns – gab es keine vegetarischen Aufstriche, keine Mandelmilch, keine reinen Geflügelwurst-Produkte (außer Putenbrust) usw. im Supermarkt. Auch nichts, was „halal“ war. Und es gab auch kein Internet für Endanwender. Das war echt schwierig und musste teilweise umständlich organisiert werden.

Die Kochexperimente nahmen natürlich gezwungenermaßen zu. Nicht alles wurde wieder gekocht, aber es gab eben fast immer was Leckeres zu essen, trotz der Einschränkung. Ich vermute, dass ich dadurch viel gelernt habe und mein Interesse für Ernährung vielleicht auch daher kommt.

Im Laufe der Jahre – so ab Mitte 20 schätze ich – habe auch ich dann ein bisschen zugenommen. Inzwischen hatte ich natürlich auch Internet und immer mehr andere Menschen und Firmen auch, sodass man auch vor 20 Jahren schon einiges in diesem für die CDU noch heute neuem Medium finden konnte 😆 (sorry, das musste jetzt mal sein…)

Und so probierte ich im Laufe der Jahre so einige Ernährungsformen aus, z.B.:

  • Schlank im Schlaf
  • Basenfasten
  • Nichts Süßes in der Fastenzeit
  • 5:2 Fasten
  • Vegan und zuckerfrei
  • Glutenfrei

5:2 haben wir letztes Jahr 11 Monate lang durchgezogen und es hat durchaus was gebracht.

Seit der Krebsgeschichte esse ich außerdem nur noch selten rotes Fleisch (im Prinzip also keine Säugetiere) und wechsele bei Milchprodukten zwischen normaler laktosefreier Milch und Mandelmilch und anderen sojafreien Alternativen. Hintergrund ist die Hormonabhängigkeit meines Tumors. In Milch und in Fleisch sind nunmal Östrogene enthalten und wenn man schon Antiöstrogene nimmt, muss man nicht auch noch Östrogene anders wieder zuführen. Soja enthält sehr Östrogen-ähnliche Phytohormone und sollte daher auch nicht gegessen werden. Dazu habe ich versucht, weniger Getreide zu essen und mehr Alternativen wie Quinoa ausprobiert. Fleisch gab und gibt es maximal zwei Mal pro Woche.

Leider mag mein Verdauungssystem offenbar keine kleinen Körnchen mehr, sodass ich nun erstmal keinen Quinoa mehr esse.

In dieser Fastenzeit hatte ich dann die Idee, auf Industriezucker, der ja nun wirklich überall drin ist, zu verzichten. Fast parallel habe ich von glutenfrei auf „nur“ noch weizenfrei umgestellt. Denn oft ist nur das Gluten aus glutenfreien Produkten entzogen, andere Weizenelemente aber noch enthalten. Da ich Probleme mit der Verdauung hatte und weiß, dass ich gegen Weizenpollen zumindest auch echt allergisch bin, hielt ich das für eine gute Idee. Mein Mann machte in diesem Jahr in der Fastenzeit auch mit.

Was soll ich sagen: es blieb bei ihm dabei – er isst nun zuckerfrei und generell echt wenig. Letzteres liegt wohl am Zuckerverzicht, denn das Verlangen nach Süßem und generell der „ständige“ Hunger sind weg. Ich habe das bei mir auch beobachtet. Es scheint wie eine Droge zu wirken… Auch beim weizenfrei sind wir geblieben. Ich habe meinen Sauerteig, den ich vor ca. 10 Jahren selbst angesetzt und getrocknet habe, reaktiviert und wir backen nun Brot, Brötchen, Baguette, Fladenbrot, Kuchen, Torten, Pizza, etc. alles selbst. Es schmeckt! Und das sogar oft besser, als gekauft. Man verzichtet dadurch auf Zusatzstoffe, auf Hefen und gerade bei Gebäck auch auf Plastik. Schlussendlich macht es oft sogar auch Spaß, das Backen.

Wir haben obendrein festgestellt, dass wir beide in diesem Jahr weniger mit Heuschnupfen zu tun haben. Ich habe schon lange nicht mehr so wenig Allergietropfen genommen, wie in diesem Jahr.

Manchmal muss man ein bisschen suchen bei Rezepten, aber das mache ich schon jahrelang gerne. Die Essensplanung für die jeweils nächsten 4 – 7 Tage mache ich auch schon lange vor dem Einkauf, damit man Mengen und Reste gleich mit einkalkulieren kann. Wir schmeißen so gut wie nie etwas weg und unsere Einkäufe sind auch noch günstig.

Bei unseren Einkaufswagen sagen wir schon immer, dass das mal wieder „Strebereinkäufe“ sind, weil Obst und Gemüse immer überwiegt, keine Getränke dabei sind und nichts Süßes. Dazu so wenig Plastik wie möglich und Konserven lieber im Glas, als in der Dose.

Gestern gab es einen überaus leckeren Obstboden ohne Zucker und Mehl. Auch der Besuch war überzeugt und konnte es kaum glauben. Man kann also vieles machen – wenn man sich informiert und traut.

Und, was esst ihr so?

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