Bestrahlungszeit

Nach der Chemotherapie war zunächst einmal ein bisschen Pause, bis es mit der Bestrahlung weiterging.

Dafür gab es zunächst eine Vorbesprechung, wo mein üblicher Fragenkatalog plus die Standard-Aufklärung des Arztes abgearbeitet wurde.

So spannend, wie ich es auch fand, so unheimlich war mir dieses ganze Bestrahlungs- und Radiologie-Gedöns. Am meisten Angst hatte ich vor den Strahlenschäden, die sich ja ähnlich zu Verbrennungen äußern sollen. Da ich extrem helle, empfindliche Haut habe, super schnell einen Sonnenbrand (und den dann heftig) bekomme und obendrein noch einige Allergien mit Hauteffekten habe, hatte ich einen höllischen Respekt. Lt. Arzt sind das zwei völlig verschiedene Dinge und daher muss die schnelle Verbrennungsneigung nicht heißen, dass man auch Strahlenschäden bekommt. Das sagte der Arzt und ich war zwar erstmal ein wenig beruhigt, aber dachte auch, dass er das bestimmt jeden sagt.

Bestrahlt wurden die Thoraxwand und die Lymphabflusswege, also alles, wo mal Tumor in der Nähe war. Das eine bekam insgesamt 50 Gy ab, das andere 50,4 Gy.

Dem Aufklärungsgespräch folgte dann ein Planungs-CT und eine gute Woche später ging es los. Ich wusste, dass die Bestrahlung an sich nicht lange dauert, aber dass die Maschinen beim ersten Termin noch richtig positioniert wurden und es daher der längste der Termine werden wird. Ich wusste auch, dass die Strahlenklinik super organisiert ist.

Bestrahlung tut nicht weh, soviel ist wohl jedem klar. Je nach bestrahltem Körperteil ist die Prozedur, die der korrekten Positionierung dient, möglicherweise unangenehm, z.B. im Kopfbereich. Aber davon ab ist es echt harmlos. Allerdings machte mir dieses riesige, um mich schwenkende Maschinchen etwas Angst. Ich dachte immer daran, was wohl wäre, wenn da ein, zwei Schrauben nicht richtig fest gezogen wurden und da dieser riesige Arm des Gerätes abbrechen und auf mich fallen würde. Und natürlich habe ich mir auch eingebildet, die Strahlen zu merken.

Zum Glück legte sich das alles. Nach ein paar Tagen wusste ich, wann welche der 6 Sequenzen dran ist und hatte im Gefühl, wie lange diese etwa dauerten. Das „Gute“ an Bestrahlungen ist, dass sie täglich (außer am Wochenende) sind. Es gibt den Tagen eine Struktur und da ich meist morgens früh dran war, war es ein bisschen wie arbeiten fahren – nur eben mit dem Taxi. Das „Schlechte“ an Bestrahlungen ist, dass sie täglich sind. Denn es nervt irgendwann, dass man jeden Tag 1 Stunde unterwegs ist für 5 Minuten Bestrahlung.

Aber auch hier muss ich sagen, dass alles sehr gut klappte, alle wirklich nett waren, und auch die Fahrten waren nett. Mein Taxifahrer und ich kannten uns ja schon von den Chemo Fahrten und wir hatten gute Gespräche. So etwas macht den ganzen Aufriss dann doch viel angenehmer.

Jetzt bleibt nur noch die spannende Frage: wie hat mein Körper die Bestrahlung vertragen? Ich guckte jeden Tag gespannt die Bestrahlungsregion an – nichts zu sehen. Es hieß, man solle nicht cremen, bevor eine Hautreaktion da ist. Das habe ich beherzigt – genau 1 Woche lang 😉 Man braucht – zumindest ich – als Patient auch irgendwie was, mit dem man selbst etwas beitragen kann, und wenn es nur cremen ist. Bei mir half es. Am letzten Strahlentag bei der Schlusskontrolle meinte der Arzt zwar eine leichte Rötung zu erkennen, aber wenn dann war die wirklich minimal – vielleicht ein leichtes Schweinchenrosa…

Heißt: wenn Ärzte sagen, von der Verträglichkeit der UV Strahlung könne man nicht auf die Photonenstrahlung schließen, dann ist das kein leeres Geschwätz zur Beruhigung, sondern eine Tatsache.

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