Jugendzeit mit Autismus

So ab dem Teenie-Alter veränderten sich die Schwierigkeiten und wurden weniger schnell erkennbar. Trotzdem sind und waren sie da. Autisten sind

zwangsweise Meister im sich verstellen…

Ich beschreibe hier nur das, was dort anders bzw aufgrund der Schule ein Thema war. Die Schwierigkeiten, die heute noch da sind, waren damals natürlich auch schon Thema, z.B. das mit dem Flüstern, Bananengeruch, Motorik, Essen usw…

Essen

  • Mit dem Essen wurde es nach und nach insofern entspannter, als dass sich alle daran gewöhnt hatten, dass Pelle, Fasern und Knubbel in Nahrungsmitteln bei mir wenig Chancen hatten.
  • Kaputte Erbsen sind okay.
  • Es kamen nach und nach ein paar Lebensmittel dazu, auch weil man öfter auswärts aß, sich nicht über die Maßen anstellen wollte und zwangsläufig dann mehr probierte.
  • Ansonsten war es so, wie heute noch.

Schule

  • Ich blieb ein Einzelgänger mit ein paar losen Freundschaften. Nach der 10. Klasse mussten wir alle für die Oberstufe an eine andere Schule wechseln. Viele waren wir nicht, die die Schule wählten, auf der ich dann war. Ich war mit 2 Jungs aus meiner Klasse in die Klasse 11 gekommen. Einer der beiden war schon seit der 5. in meiner Klasse. Aber nach ein paar Tagen meinte er zu mir, ich solle mir vielleicht mal andere Leute für die Pausen suchen, er wolle auch mal neue Leute kennenlernen. Den Rest des Schuljahres war ich eher isoliert, niemand hatte was gegen mich, aber auch nicht viel für mich. Im Französischunterricht lernte ich meinen Tischnachbarn kennen und schätzen und zog in den Pausen und Freistunden mal mit ihm los. Erst ab der 12. Klasse fand ich ein paar neue Freunde und zu fast allen besteht auch heute noch Kontakt. Eigentlich alles auch eher „Nerds“, wenn man so will. Nerds unter sich eben 😉
  • Ich verstand viele Zusammenhänge erst Jahre später, wenn überhaupt. Meine mündliche Deutsch Abiturprüfung ging auch auf das Autismus-Konto. „Ein fliehendes Pferd“ von Herrn Walser war das Thema. Ich kannte das Buch rauf und runter und scheiterte an der Frage, worum es denn bei all den Beschreibungen eigentlich ginge. Ich hatte keinen blassen Schimmer. Zwischen den Zeilen habe ich da bis heute nichts gelesen. Aspie eben…
  • Bei Kurstreffen war ich nie dabei. Meist war ich bei meinen zahlreichen musikalischen Aktivitäten unterwegs und hatte keine Zeit, aber ich wollte auch nicht hin. Ich war nicht gut integriert, hätte alleine hinfahren und klingeln müssen – eine gruselige Vorstellung. Bei meinen Musikgruppen hatte ich immer Freunde dabei, wenn wir mal in unbekannte Umgebungen kamen, bei meiner Jugendgruppe ebenso. Und selbst da war ich vor Ausflügen mit mir unbekannten Personen dabei so nervös, dass ich kaum essen konnte und das dann meist noch wieder raus kam…
  • Obwohl ich zum ersten Schultag der Oberstufe an der neuen Schule mit dem Bus gemeinsam mit locker befreundeten bisherigen Klassenkameraden fuhr, musste ich mich vor Aufregung auf dem Fußweg kurz vor der Schule übergeben.

Körperwahrnehmung

  • Schulsport mochte ich von der Sache her sehr, aber Motorik und Körperwahrnehmung ließen es eher zum Spießrutenlauf werden.

Sensorische Überempfindlichkeit

  • Hier war alles schon so wie später

Sozialverhalten

  • Hier war schon damals alles so, wie jetzt

Sonstiges

  • Auch hier gilt das, was heute auch noch gilt.
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